ALBATROS – Der Ballastkiel
Ein schwieriges Unterfangen war die Herstellung des Ballastkiels. Zum Ersten musste er das geforderte Gewicht haben. Zum Zweiten musste er so geformt sein, dass er sauber unter den Rumpf passte. Und zum Dritten musste das Gewicht so in der Form verteilt sein, dass der richtige Schwerpunkt des ganzen Modells erhalten blieb.
Die Wanne ist über die Pfosten genau waagerecht ausgerichtet. Da der Überlauf verschlossen ist, läuft das Wasser gleichzeitig an allen Rändern über, wenn die Wanne voll ist. So kann ich genau waagerecht über die Wasserfläche „peilen“.
Zum Ermitteln des Gesamtschwerpunktes stellte ich das Modell auf einer ebenen Platte auf ein Rohrstück. Dabei war es sehr vorteilhaft, dass die Unterseite der Kielanformung eben ist. Ich schob den Rumpf solange hin und her, bis er in der Ballance war. Dann markierte ich am Rumpf die Stelle, an der das Boot auf dem Rohr lag. Damit war der Bootsschwerpunkt gefunden.
Nun wurde die gesamte Zuladung gewogen. Es waren 15,5 kg. Der Kiel musste dieses Gewicht bekommen.
Es wurde ein zweiteiliges Holzmodell des Kieles angefertigt. Das war mühsam aber es musste sein! Schließlich sollte der Kiel mit seinem Volumen von ca. 1,5 ltr. in einer Gießerei hergestellt werden. Die Anpassung des Modells an den Rumpf war noch einfach. Schwieriger war es, den Schwerpunkt beizubehalten. Der größte Anteil des Volumens lag im vorderen Drittel des Modells. Nur so konnte ich den Schwerpunkt halten. Zur Kontrolle tauchte ich das fertige Holzmodell noch in ein Wasserbecken, um das genaue Volumen und damit das Gewicht des Gießlings zu ermitteln.
- Der Unterkasten wartet auf das Füllen mit Gießsand. Die erste Modellhälfte ist eingelegt.
- Die Füllung kommt!
- Hier ist schon der Oberkasten aufgesetzt und die zweite Modellhälfte ist eingelegt. Dazu Formteile für den Anguss und die Entlüftung.
- Der Oberkasten wird gefüllt und der Sand gestampft.
- Abheben des Oberkastens.
- Die Modellteile und die Hilfen wurden entnommen.
- Der spannende Moment des Gießens. Leider waren wir nicht dabei.
- Der Kiel. Als wir ihn sahen, war er bereits fertig verputzt und schön glatt. Die Stufe hinten war für die Gewichtsverteilung nötig.
Die Dübel mussten so im Kiel verklebt werden, dass sie genau mit den langen Montageschrauben fluchteten. Das war keine große Sache. Viel spannender war da der erste Schwimmversuch mit dem „richtigen“ Kiel – stimmt das Gewicht, passt der Schwerpunkt, reicht die Stabilität?
- Die Bohrungen für die Eigenbaudübel.
- Die Eigenbaudübel aus solidem Messingrohr, fertig zum Einkleben mit Harz.
- Der Kiel mit Füllstück aus Holz fertig zum Anschrauben.
- Die Anformung und das Füllstück passen genau.
Alles hat prima geklappt! Nach der ersten Probefahrt entschloss ich mich aber, den Kiel 50 mm tiefer zu legen. Dafür wurde ein Zwischenstück aus Pappel hergerichtet und dazwischen gebaut. Jetzt ist das Boot deutlich stabiler und wird auch einen etwas kräftigeren Wind aushalten.
- Der Test mit dem „richtigen“ Kiel: Es passt alles prima zusammen!
- Ohne Anpassung der Konturen sieht das wirklich nicht toll aus!
- Die Kielverlängerung an die Rumpfkurve angepasst.
- Auch am Heck musste noch etwas nachgearbeitet werden.
In Rietberg war dann am 19. Juli die Erprobung bei mehr Wind: Ich bin ganz zufrieden!




















